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DEUTSCHE AKTIVISTIN PAULA MAIER BERICHTET VON VERGEWALTIGUNG IN TÜRKISCHER HAFT

Gegen sexualisierte Folter und Vergewaltigung!

DEUTSCHE AKTIVISTIN PAULA MAIER BERICHTET VON VERGEWALTIGUNG IN TÜRKISCHER HAFT

Am 12. August veröffentlichte Paula Maier erstmals, dass sie im Januar diesen Jahres von türkischen Beamten in Abschiebehaft vergewaltigt wurde. 

Als die HTS, mithilfe des faschistischen türkischen Staates, Anfang des Jahres eine Großoperation gegen die autonome Selbstverwaltung Rojavas begann, befanden sich hunderttausende Menschen auf der Straße – ob in Rojava, Bakur oder Europa. Sie stellten sich gegen die massive Gewalt, dagegen dass innerhalb kürzester Zeit tausende Menschen entführt, auf offener Straße ermordet und Frauen verschleppt wurden. Und auch bis heute werden hunderte Menschen in Syrien weiterhin vermisst. 

Angesichts dieser Situation reisten Aktivist:innen aus Europa unter anderem durch Delegationen der Peoples Caravan nach Kurdistan.  Paula Maier, Mitglied der Föderation klassenkämpferischer Organisationen, war Teil einer solchen  Delegation und befand sich mit weiteren Aktivist:innen und Journalist:innen in Bakur (Nordkurdistan) – sie beteiligten sich hierbei an Aktionen in Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf und berichteten von der Situation vor Ort. 

Der faschistische türkische Staat verhaftete die Delegation nach fünf Tagen. Nach ihrer Rückkehr gelangten zahlreiche Berichte von Folter und sexualisierter Gewalt in den Abschiebegefängnissen an die Öffentlichkeit. Schläge bis zur Bewusstlosigkeit, geflochtene Zöpfe, die herausgerissen und im Schritt der Wärter gerieben wurden und massenhafte Schikane. Paula Maier veröffentlichte nun, dass sie in Abschiebehaft am Istanbul Flughafen von türkischen Beamten gefoltert und vergewaltigt wurde.

 Zahlreiche junge Frauen berichteten, dass sie im Geist und mit der Hoffnung der Frauenrevolution ihre Solidarität praktisch werden lassen wollten über die Beteiligung an den Delegationen nach Kurdistan. In diesem Sinne wehren sie sich auch heute gegen die Gewalt in Haft. 

 

Patriarchale Gewalt in Haft als politisches Kampffeld

Patriarchale sexualisierte Gewalt wird seit jeher als Mittel genutzt, um den Willen von Gefangenen in Haft zu zerrütten, ihren Kampfgeist und ihren Widerstand zu vernichten. Sexualisierte Folter ist hierbei ein spezifisches Mittel, welches ein Netz aus Scham um politische Gefangene legen soll, in dem Versuch sie zu isolieren. Die Geschichte der türkischen Gefängnisse hat hierbei gezeigt – jegliche Foltermethoden und darunter auch Vergewaltigung in Haft sind dem faschistischen türkischen Staat Recht, um seine Ziele zu verfolgen. Insbesondere Frauen, LGBTI+ Personen, Revolutionär:innen, Kurd:innen und all diejenigen, die sich für den kurdischen Befreiungskampf einsetzen, bekommen diese massiver Folter ausgesetzt. Paulas Statement bestätigt hiermit mal wieder die Erfahrungen von tausenden politischen Gefangenen, die in türkischer Haft sexualisierte Folter erleben mussten. 

Doch insbesondere Frauen aus der Türkei und Kurdistan haben die patriarchale Gewalt in Haft zunehmend zu einem politischen Kampffeld erklärt. Frauen sind an die Öffentlichkeit gegangen mit ihren Erfahrungen, haben die gesellschaftliche Scham von sich abgewiesen und stattdessen einen gesellschaftlichen Kampf von Frauen losgetreten. Bis hin zu einer großen Konferenz gegen sexuelle Folter in Haft, die im Jahr 2000 in der Türkei von dem Bund der Werktätigen Frauen (EKB) organisiert wurde, bei der hunderte Frauen teilnahmen und ihre Erfahrungen teilten. 

Die Veröffentlichung von Paula Maier ist Teil eines Kampfes von mutigen Frauen, die sich nicht von den Repressionen brechen lassen, sondern ganz im Gegenteil ihre Erfahrungen zum politischen Kampf verwandeln und damit den wahren Charakter des faschistische türkischen Staates aufdecken. Sie reiht sich aber auch in den weltweiten Kampf ein, der gegen sexualisierte Folter in Haft geführt wird – wie beispielsweise auch gegen die Folter durch den syrischen oder israelischen Staat. Mit jeder Veröffentlichung und jeder Frau, die gegen diese Form der Folter ihre Stimme erhebt, gewinnen wir einen Stück weiter gegen die Repression und schaffen neuen Mut.

Als TSP stehen wir in voller Solidarität mit Paula Maier und allen weiteren politischen Gefangenen, die Folter und sexualisierter Gewalt im Knast erlebt haben. 

Wir möchten alle das Aufrufen Aktionen in Solidarität zu organisieren und im Kampf gegen sexualisierte Folter und Repression aktiv zu werden!

Justice for Paula! Justice for all! 

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