Die „Prosfygika“ ist ein selbstverwaltetes Wohnviertel in Athen, Griechenland, in welchem rund 400 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern gemeinsam leben.
Sie organisieren sich als politische Gemeinschaft auf antistaatlichen, antikapitalistischen, anti-faschistischen, antipatriarchalen und internationalistischen Grundsätzen seit den 2000er Jahren.
Im Sommer 2025 kündigte die Regionalregierung von Attika einen Plan zur „Sanierung“ der ersten vier Wohnblöcke der Prosfygika an, unter dem Vorwand, Sozialwohnungen und Unterkünfte für die Patienten des Agios-Savvas-Krankenhauses zu schaffen.
Ein vorgeschobener Vorwand – der griechische Staat verfolgt das Ziel in einen zentralen Ort politischer Selbstorganisierung und Zusammenlebens einzugreifen, die Strukturen zu zerschlagen und seinen Bewohner:innen der Existenz zu berauben.
Die Prosfygika ist eine Gemeinschaft, die praktisch zeigt – es gibt eine Alternative zu diesem ausbeuterischen, unterdrückerischen System, das uns vereinzelt durch Isolation und Konkurrenz. Die Kollektivität, Solidarität und Selbstorganisierung als Kommune im Viertel sind ein Dorn im Auge des griechischen Staates. Dieser führte im vergangenen Jahr eine Welle von Räumungen durch, sodass wenig selbstverwalteter Raum übriggeblieben ist.

Der Kampf um den Erhalt von Prosfygika ist gerecht und wird auch auf internationale Ebene unterstützt. Das Todesfasten des griechischen Aktivisten Aristotelis Chantzis und der Aktivistin Suzon Doppange ist berechtigt und legitim.
Als TSP, Plattform Stimme der Gefangenen, begrüßen den Widerstand der Prosfygika-Gemeinschaft und senden unsere solidarischen Grüße an die Hungerstreikenden.
Wir schließen uns ihren Forderungen an:
- Rücktritt der Regionalregierung von Attika von dem Sanierungsplan/-vertrag.
- Alle Prosfygika-Bewohner:innen dürfen in ihrem physischen und sozialen Umfeld verbleiben, in welchem sie leben und soziale, kulturelle und organische Beziehungen aufgebaut haben.
- Konkrete Garantien für die Wiederherstellung von Prosfygika durch die gemeinnützige zivilrechtliche Gesellschaft „Katoikoi Kai Filoi Prosfygikon l. Alexandras non-profit civil law company“ unter Eigenfinanzierung! – keine öffentlichen Mittel für die „Sanierung“ von Prosfygika!
Wir fordern die griechische Regierung auf, die Forderungen der Aktivistinnen zu erfüllen.
Wir rufen dazu auf, die internationale Solidarität mit dem Kampf der Prosfygika zu stärken.

