„Wir wurden von einem Gefängnis in ein anderes verlegt, und während der Leibesvisitationen wurde ich vergewaltigt.“
In diesen Worten geht Anna, eine Genossin der jungen Frauenorganisation Zora, auf der „Internationalen Konferenz in Solidarität mit politischen Gefangenen“ erstmals an die Öffentlichkeit und erzählt von der entsetzlichen körperlichen Gewalt, die sie während ihrer 5-tägigen Haft in israelischen Gefängnissen erleben musste.
Anna beteiligte sich im Herbst 2025 als Journalistin für Zora auf dem Schiff „Conscience“ an der humanitären Mission der Freedom Flotilla, welche zum Ziel hatte, über den Seeweg die illegale zionistische Blockade des Gazastreifens zu brechen und einen humanitären Korridor zu errichten.
Bei diesem Versuch wurden neben ihr unzählige weitere Aktivist*innen festgenommen, illegal entführt und inhaftiert.
Anna betonte in ihrer Rede: „Ich teile dies für alle Frauen, die in Gefängnissen sexuelle Gewalt und sexuelle Folter erlebt haben, für alle Frauen, die ähnliche schreckliche Dinge im Gefängnis erlebt haben und wahrscheinlich gerade jetzt, während wir auf dieser Konferenz sprechen, erleben.“ Damit macht die Genossin klar, dass die Gewalt, welche sie erfahren hat, kein Einzelfall ist und dass die Gewalt, die ihr angetan wurde, Frauen tagtäglich in den Gefängnissen erleben.
Besonders in den zionistischen Gefängnissen wird Vergewaltigung als Waffe eingesetzt, um den Willen von Frauen zu brechen. Doch die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass Frauen trotz dieser Angriffe widerständig bleiben und den Kampf für eine gerechtere Welt nicht aufgeben.
Gerade palästinensische Frauen zeigen dies tagtäglich in ihrem Kampf gegen Besatzung und den zionistischen Staat.
Anna machte deutlich: „Ich werde nicht aufhören, für Gerechtigkeit und ein Ende der Gewalt zu kämpfen, bis jede Frau frei ist und Gerechtigkeit erfahren hat. Ich werde nicht aufhören zu kämpfen, bis das Patriarchat nicht mehr existiert.“ Der Kampf wird weitergehen, wie der von so vielen Frauen vor ihr. In ihrer kämpferischen Rede machte sie deutlich, dass nicht die
Frauen, die patriarchale Gewalt erfahren, es sind, die sich für diese Erfahrung schämen, sondern dass diejenigen, die Gefängniswärter, die Täter, sich zu schämen haben.
Wir als TSP (Plattform Stimme der Gefangenen) erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der Genossin Anna und allen anderen Gefangenen, die patriarchale Gewalt erfahren haben.
Wir fordern, sofortige Maßnahmen gegen diese Entmenschlichungen zu ergreifen, und fordern alle fortschrittlichen Kräfte dazu auf, den Kampf gegen patriarchale, sexualisierte Gewalt zu erhöhen und die Stimmen der betroffenen Gefangenen auf die Straßen zu tragen.
Frauen gehören ihre Körper selbst! Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben!

